vom Schaf zur Socke… (und zurück?)

11. August 2011 um 6:30 am | Veröffentlicht in geknipst...!, Linktipps für meine Leser, Schaf ----> Socke | 8 Kommentare

Da ich ja richtige, ganz echte Wolle vom echten Schaaaf bekommen habe (mit allem, außer rote Bete… :mrgreen: ), werde ich hier nach und nach und in den einzelnen Schritten den „Werdegang“ vom Schaf zur Socke bildlich und schriftlich dokumentieren. Ich wünsche allen Lesern viel Spaß dabei 😉

Da hatte ich mich tatsächlich morgens um sieben (und das im Urlaub…) in den Garten geschlichen und zwei Fingerchen voll Schaaaf aus dem Sack gezogen. Das ist ein Düftchen, so auf nüchternen Magen 😉

Hier wird die Wolle vorsortiert.

Also filzige oder verkotete Teile gleich ganz raus, dann interessante Dinge wie Stroh, Käfer, Fremdkörper etc. rauszupfen. Teilweise hat das Scherchen geholfen.  In der Sonne wurde es dann übrigens nach kurzer Zeit zu warm, außerdem fing die Wolle an zu kleben.

Was für gut befunden wurde, darf erst mal im lauwarmen Regenwasser einweichen. (Vorteil dieses Sommers: Regenwasser bis zum Abwinken! 😉 )

Der Dackel zeigt sich heute mal wieder extrem kopflos 🙂

Zwei große Wannen voll Wolle und Regenwasser weichen in der Sonne so vor sich hin.

Ermüdend, beruhigend, oder einfach gemütlich? Unser Dackel erweist sich als echter Schläfer-Hund und legt sich neben die Wollwanne zum dösen in die Sonne… ich muss wohl nicht erwähnen, dass Unkas die ganze Zeit seeeehr interessiert an dem „Schaaaf“ war :

Mit ca. 40-50° C warmem Wasser mit Spülmittel wurde die Wolle sehr sehr vorsichtig gewaschen, anschließend einige Male mit klarem Wasser gespült.

In einem Kopfkissenbezug mit Reißverschluss ging es dann zum Schleudern.

Anschließend wird das plötzlich strahlend weiße fluffige Zeug 😉 auseinandergezupft und auf einem sauberen Tuch  im Schatten zum Trocknen gelegt. (Die Kamera war offenbar schockiert von dem schwarz-weiß-Gefälle und streikte…)

Da ging auch mit Fotobearbeitung nix mehr… aber vielleicht schleiche ich ja morgen früh um sieben nochmal raus und knipse das erneut 😉

Das hier gefällt mir doch etwas besser… (es war aber auch schon 10.00 Uhr 😉 ) Die Wolle ist tatsächlich so strahlend weiß, wie sie hier aussieht. Ein Traum.

Ein paar Flöckchen habe ich mir gegriffen, durch die Luft gewirbelt und trocken gepustet, um meine nigelnagelneuen Handkarden einzuweihen.. wie das mit dem Kardieren genau geht erklärt Chanti in diesem Video 😉 uuuuuuuund… *tadaaaaaa*:

Das erste *Röllchen* (stolz stolz stolz stolz)

Neuer Tag, neues Glück. Es sind Ferien und Urlaub, vormittags im Garten und ich übe kardieren…

Was fertig ist, kommt trocken und staubfrei in die Kiste.

Erster, ganz vorsichtiger Versuch: Spinnen des Premerzhofer Schaaafs auf der Handspindel.  (Die hat übrigens mein Mann gebaut. Back to the roots…)

Ein paar Tage und Spinnstunden später: die erste Single Spule war voll.

schon auf dem Wollwickler zum Knäuel gewickelt wartet das Garn jetzt aufs Verzwirnen. Dazu brauche ich aber erst noch ein zweites Single-Knäuel. (Und eventuell muss ich auch noch kardieren, damit die Menge reicht…)

… wird weiter produziert:

eine zweite Spule ist vollgesponnen und wird per Wollwickler abgewickelt.

Bereit zum Verzwirnen. Die neue Lazy Kate der besonderen Art war mal ein Ständer für Window-Color-Fläschchen (zum auf-dem-Kopf-parken). Hobbys ändern sich, selbstgebastelte Hilfsmittel bleiben. Use what you have 🙂

verzwirnen der beiden Einzelfäden…

Und wieder rauf, auf die Spule 🙂

… dreht sich fleißig („schnurr-schnurr-schnurr-schnurr….*(Rumpelstilzchen))

Und schon ist die Spule voll. Zwirn. Garn. Wolle 😀

Die fertig gezwirnte Wolle kam auf die Haspel.

Dort bleibt sie -angefeuchtet- mindestens 24 Stunden aufgespannt, wird dann zum Strang abgebunden und wandert in ein Entspannungsbad. Dabei wird die Wolle langsam erhitzt und darf dann wieder langsam abkühlen, anschließend hänge ich den Strang tropfnass auf und lasse ihn lufftrocknen….

um ihn von der Schirmhaspel auf ein Knäuel zu wickeln.

Dem Anstricken steht nichts mehr im Wege!

Was ich natürlich sofort getan habe… 😉

Ohne Witz! Sie sind fertig!

 

 

Sogar zwei davon ;)

8 Kommentare »

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  1. Cool – das finde ich ja interessant. Bin gespannt wie es weiter geht.

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  2. […] Teil der bebilderten Dokumentation vom Schaf zur Socke Teilen Sie dies mit:TeilenFacebookLike this:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. […]

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  3. Das ist eine tolle Fotogeschichte. Und Du entwickelst Dich ja zu der richtigen BACK TO THE ROOTS Spinnerin. Mir ist das unbelassene Schaf ja auf Dauer zu unbunt.
    Aber den Gang, den Du hier zeigst, hab ich ja mit geschorenem Lama hinter mit und es ist schon sehr arbeitsintensiv. Obwohl auf Deinen Bildern hier fast eine Art Urlaubsstimmung rüber kommt!!!

    Willst Du das Garn am Ende noch einfärben ??

    einen lieben Gruß und PS: Du spinnst ja, als ob Du nie was anderes gemacht hättest!!

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    • Vielen Dank liebe Utemaus!! *freu und rotwerd* :-))

      Es ist für mich tatsächlich ein bisschen wie „Urlaub auf dem Bauernhof“… viel Arbeit, auf jeden Fall, aber watt mutt datt mutt, weißte ja, wenn man sich mal was in den Kopf setzt…

      Diese speziellen Socken werde ich allerhöchstwahrscheinlich naturfarben lassen. Denn sie sollen ja auch den Tragetest mitmachen und… (deshalb auch der Zusatz „und zurück?“) ich möchte sehen, wie lange sie halten etc.

      Richtige Probiersocken eben, von Anfang bis Ende 🙂
      Mit Kammzug habe ich ja schon erste Färbeexperimente gemacht und auch schon gesponnen, stricken steht noch an.
      Und ich möchte auch mal naturfarbene Wolle erst spinnen und danach färben. Alles noch geplant. Aber eins nach dem anderen. (Seitdem ich spinne, kann ich mich selbst wieder besser sortieren und klarer denken… hach, ich LIEBE es 🙂 )

      GLG anabel

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  4. […] Teil der bebilderten Dokumentation vom Schaf zur Socke Teilen Sie dies mit:TeilenFacebookLike this:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. […]

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  5. Hallo,

    sehr schön. Ja, dass ist auch wundervolles Hobby………

    Viel Spaß weiterhin.
    Liebe Grüße,
    Gitte

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  6. Das ist ja mal toll! Eine wunderschöne Fotogeschichte, bei der man Spaß hat und noch was lernen kann. Super gemacht!
    LG
    Moni

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  7. […] handgearbeiteten aus der Wolle vom Premerzhofer Schaaaf, deren Entstehung vom Schaf zur Socke ich hier in Bildern und Worten festgehalten […]

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